Der Schmelzprozess


Nach der Erzwäsche unterzog man den „Schlich“ (feine Erzkörnchen) einem ersten Schmelzprozess im sogenannten „Stichofen“, dessen Name sich aus der Arbeitstechnik ableitete.

In den mit Holz und Holzkohle befeuerten Öfen wurde der Schlich unter Beigabe von Zuschlägen (Blei, Weinstein, Kalkstein) geschmolzen. Ausschlaggebend für die Menge dieser „Flussmittel“ war der Edelmetallgehalt im Erz.

Hatten sich infolge der hohen Temperaturen Schlich und Blei verflüssigt und vollständig vermischt, wurde der „Stich“ geöffnet und das flüssige Erz rann in den „Vorherd“. Der abgekühlte „Erzkuchen“ wurde als „Werkblei“ bezeichnet.

Da das Blei die Eigenschaft besitzt, Edelmetalle wie Gold und Silber zu binden, enthielt das Werkblei je nach Sättigungsgrad einen gewissen Anteil an Edelmetall.


      Die Stichöfen A  
      Die Vorherde B  
      Der Schmelzer, der den Stich öffnet C  
      Das Sticheisen D  
      Der Aufseher, der einen „Kuchen“ (im Vorherd erstarrtes
      Werkblei) E  zur Waage bringt.

Um nun das verbliebene Blei (ein großer Teil verdampfte schon durch die hohen Temperaturen im Stichofen) vom Edelmetall zu trennen, war ein weiterer Arbeitsgang erforderlich.

Im sogenannten „Treibherd“ wurde das erstarrte Werkblei auf Schmelztemperatur erhitzt. Während sich das Silber durch sein höheres spezifisches Gewicht im Herd absetzte, konnte man die leichtere „Silberglätte“ (Silberoxyd) abziehen.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein

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