Richard
Benno Adam
Der Maler des Lungauer
Sagenzimmers
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Richard Benno Adam (1873-1937) entstammte einer berühmten süddeutschen Künstlerfamilie von Porträt- und Pferdemalern, die für die unterschiedlichsten Adelshäuser der europäischen Monarchien tätig waren. Er wurde seit seiner Kindheit von seinem Vater Emil Adam in der Malerei unterrichtet und erhielt dann an der Kunstgewerbeschule München seine Ausbildung. 1892 bis 1894 schloss er diese in Karlsruhe bei Professor Herrmann Baisch ab und richtete in München sein Atelier ein. Graf Hans Wilczek wurde sein erster namhafter Auftraggeber - den Kontakt hatte Vater Emil Adam, der mit dem Grafen persönlich bekannt war, hergestellt. Richard B. Adam sollte für die ehemalige Landrichterwohnung im neu restaurierten Schloss Moosham fünf großformatige Gemälde mit Darstellungen der Lungauer Sagenwelt anfertigen. Später wurde ein weiteres, sechstes Bild vereinbart.
Bereits vom 1. Juni 1892 datiert dazu ein Schreiben Emil Adams aus Wien an den Sohn Richard "Lieber
Richard ! Interessant, aber gerade nicht gemütlich. Für heute muß ich aber der Post wegen schließen. Grüße alle, besonders Großmama, Tante Mathild aufs beste und sei selbst herzlich gegrüßt von Deinem getreuen Vater."
Zwei Jahre später nahm Richard B. Adam die Arbeit am Mooshamer Sagenzyklus auf. In seinem Auftragsbuch hat er dazu folgende Angaben festgehalten: 25. Dez. 1893: Für Sr. Excellenz Graf Hans Wilczek sr. fünf Bilder für das Schloss Moosham im Lungau auszuführen bis Sommer 1896.
5. Nov. Für Sr. Excellenz Graf H.Wilczek sr. ein sechstes Bild für das Schloss Moosham darstellend
Offensichtlich wurde sagenhaft-mythischen Stoffen gegenüber historischen Überlieferungen der Vorzug gegeben. Richard B. Adam schloss seine Arbeit am Mooshamer Sagenzimmer "zur größten Zufriedenheit des Bestellers" ab, wie es in Berichten heißt. In der Folgezeit war er vorwiegend in Ungarn, Böhmen und anderen Kronländern der österreichisch-ungarischen Monarchie tätig, wo er als Portrat-, Pferde- und Jagdmaler wirkte. 1900 weilte er als Sommergast im bayrischen Possenhofen und fertigte ein großes Gruppenbild mit Kaiserin Elisabeth an. Berühmtheit erlangten seine Reiterbildnisse, darunter jenes Kaiser Wilhelms II., das als Kriegspostkarte in Massenauflage gedruckt wurde. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs war Richard B. Adam ins kaiserliche Hauptquartier übersiedelt, um sich dort als Kriegsmaler in den "vaterländischen Dienst" zu stellen. Nach 1918 setzte er seine Tätigkeit als Porträt- und Pferdemaler für Adelskreise erfolgreich fort und dehnte ab 1928 seinen Wirkungskreis auf die USA aus, wo er unter den vornehmen Gesellschaftskreisen der Ostküste um Boston interessierte Auftraggeber für seine Pferde-, Jagd- und Porträtkunst fand. Dem Geschmack der Zeit und den Interessen seines Publikums entsprechend, porträtierte er auch eine Serie von damals populären amerikanischen Spitzensportlern. Richard Benno Adam starb am 20. Januar 1937 in München. Seine Autobiografie, die er in den letzten Lebensjahren niederschrieb, beginnt mit dieser Ruckschau: "Ich bin geboren am 5. Marz 1873 als Sohn des berühmten Pferdemalers Emil Franz Adam und seiner Gemahlin Josefine Marie, geb. Wurmb. Mein Vater war ein Sohn des Tiermalers Benno Rafael Adam (1812.1892) und seiner Gemahlin Josephine, geb. Quaglio. Benno Adam war der Sohn des Schlachtenmalers Albrecht Adam, seine Frau Tochter des Hofmalers Dominik Quaglio. Ich war also der Abstammung nach überaus stark künstlerisch belastet." (2)
(1) Es handelt sich dabei um die Darstellung der "Blutschande von Moosham", das als Originalfresko von einem Kärntner Pechsammler, der dahinter einen Schatz vermutete, zerstört wurde. Ignaz Kürsinger hatte durch den Pinzgauer Kirchenmaler Rattensperger eine Kopie anfertigen lassen, die Adam als Vorlage diente. (2) Stadtarchiv München, NL Adam |
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