Die Bartl-Mühle

In Zederhaus war einmal ein Müller. Alle Bauern mußten bei ihm das Getreide mahlen lassen. Dafür durfte er sich etwas Mehl behalten. er behielt aber immer mehr zurück, als ihm zustand. Dadurch wurde er bald sehr reich.

Je reicher er wurde, desto geiziger und habgieriger wurde er. Die Bauern aber ärgerten sich, weil sie merkten, wie sie der Müller betrog. Sie dachten lange nach, wie sie den Müller für seine Habgier bestrafen könnten.

Im Dorf lebte ein alter Mann, den sie alle fürchteten. Man sagte, er stehe mit dem Teufel im Bund. Zu dem gingen nun die Bauern und fragten um Rat. Der Mann versprach ihnen zu helfen. Er ging am nächsten Tag zum Müller und bat ihn höflich, er solle den Bauern das Mehl zurückgeben, das er unrechtmäßig behalten habe. Da begann der Müller zu fluchen und jagte den Mann hinaus.

Kaum war das geschehen, da begann beim Müller der Bart zu wachsen. Nach wenigen Minuten reichte er schon bis zum Boden. Er wuchs schneller nach, als er ihn abschneiden konnte. Der Müller konnte nicht mehr arbeiten, weil ihm der Bart immer im Wege war.

Szene aus der Sage

Natürlich wusste er gleich, wer ihm das eingebrockt hatte. Da ging er zu dem Mann hin und fragte, wie er vom Übel befreit werden könnte. Der Mann antwortete; „Du brauchst nur zu tun, um was ich Dich gebeten habe.“ Nun blieb dem Müller nichts anderes mehr übrig, als den Bauern ihr Mehl zurückzugeben.

Mit jedem Sack, den er hergab, wurde sein Bart kürzer, bis schließlich nur mehr ein kleines Bartl übrig blieb. Das war sein gerechter Anteil. Von nun an betrog er die Bauern nie mehr, denn als er es einmal versuchte, wuchs sofort sein Bart und jeder bemerkte den Betrug.

Die Mühle aber, in der sich das alles zutrug, hieß von da an „Bartl-Mühle“.

Aus dem Buch "Neue Sagen aus Zederhaus" 

 

Eine Seite zurück
zurück

          Lungauer Sagenwelt         
© Volksschule Zederhaus & TAURACHSOFT

zur Startseite der Lungauer Sagenwelt
Home